Die steirische Bergwelt rund um das Gesäuse zählt zu den beeindruckendsten Landschaften Österreichs. Zwischen schroffen Kalkwänden, tief eingeschnittenen Tälern und aussichtsreichen Grasgipfeln lockt eine eher stillere, aber landschaftlich außergewöhnlich schöne Tour: die Überschreitung von Winterhöh und Großem Griesstein. Diese Route verbindet die Ruhe wenig begangener Pfade mit eindrucksvollen Panoramen auf die markanten Gipfel der Ennstaler Alpen.
Das Gesäuse als Reiseziel für Bergliebhaber
Das Gesäuse in der Steiermark ist ein Paradies für Wanderer, Kletterer und Naturfotografen. Der Nationalpark schützt eine der wildesten Flusslandschaften Österreichs, während die umliegenden Berge mit markanten Gipfeln wie Hochtor, Buchstein oder Reichenstein beeindrucken. Abseits der bekannten Klassiker bieten Ziele wie Winterhöh und Großer Griesstein stillere Alternativen – ideal für Reisende, die das Authentische suchen und das Spiel der Wolken über den Kalkwänden genießen möchten.
Anreise und Ausgangspunkt der Tour
Viele Bergtouren im Gesäuse starten in den Tälern der Enns oder in den Seitentälern, die tief in die Bergwelt hineinführen. Für die Überschreitung von Winterhöh und Großem Griesstein beginnt der Tag meist in einem der kleinen steirischen Orte am Rand des Nationalparks, von wo aus Forstwege und Bergpfade hinauf in die Almbereiche führen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kombiniert häufig Zug oder Bus entlang des Ennstals mit einem kurzen Taxi- oder Transferstück zu den jeweiligen Ausgangspunkten.
Die Route: Von Waldwegen zu aussichtsreichen Graten
Gemütlicher Start durch Wald und Almgelände
Typisch für diese Region ist der langsame Übergang vom schattigen Bergwald zu lichteren Almflächen. Der Anstieg zur Winterhöh erfolgt meist auf markierten Steigen, die sich anfangs durch Fichten- und Mischwald ziehen. Unterwegs eröffnen sich erste Blicke ins steirische Vorland, bevor sich der Weg über Wiesenhänge und kleine Lichtungen dem Gipfelbereich nähert.
Auf der Winterhöh: Aussichtsgipfel mit Gesäuse-Panorama
Die Winterhöh ist kein extrem steiler oder technischer Gipfel, bietet aber ein erstaunlich weitläufiges Panorama. Von hier aus reicht der Blick bei guter Sicht zu den markanten Felsgestalten des Gesäuses, zu den Hohen Tauern im Westen und zum sanfteren Hügelland der Obersteiermark. Viele Bergreisende nutzen diesen Gipfel als erste Etappe, um die Szenerie auf sich wirken zu lassen und die weitere Route zum Großen Griesstein zu planen.
Übergang zum Großen Griesstein
Der Weg vom Winterhöh zum Großen Griesstein verläuft häufig über einen Kamm oder flankierende Steige, die ein Gefühl von Weite vermitteln. Hier erlebt man besonders eindrucksvoll den Kontrast zwischen grasbewachsenen Rücken, schrofferen Felszonen und den tiefen Tälern, in denen Bäche und kleine Wälder liegen. Unterwegs laden kleinere Wegkuppen zu kurzen Pausen ein, während der eigentliche Hauptgipfel des Großen Griessteins allmählich näher rückt.
Am Großen Griesstein: Gipfelglück in den Ennstaler Alpen
Der Große Griesstein selbst ist ein klassischer Aussichtsberg der Ennstaler Alpen. Für viele Tourenliebhaber ist gerade die Kombination aus Überschreitung und Rundblick der besondere Reiz: Man erlebt einen ganzen Bergtag lang wechselnde Perspektiven, vom ersten Licht im Tal bis zur Weitsicht am Gipfel. Bei stabiler Witterung sind ausgedehnte Gipfelpausen möglich, in denen sich die Konturen der umliegenden Ketten studieren lassen – ein Genuss für alle, die ihre Alpenkenntnis vertiefen möchten.
Jahreszeiten und Wetter: Wann lohnt sich die Tour?
Die Region rund um Winterhöh und Großen Griesstein präsentiert sich im Jahreslauf sehr unterschiedlich. Im späten Frühling herrschen oft noch Altschneefelder in den höheren Lagen, während die Almen bereits zu blühen beginnen. Der Sommer bringt meist stabile Bedingungen, aber auch schnell aufziehende Gewitter, die im steilen Gelände nicht unterschätzt werden sollten.
Im Herbst tauchen klare Tage die Gipfel in besonders intensives Licht. Viele Bergreisende schätzen diese Zeit wegen der guten Fernsicht und der ruhigen Atmosphäre. Schneebedeckte Abschnitte oder vereiste Stellen können allerdings schon früh auftreten, weshalb eine realistische Einschätzung der eigenen Erfahrung und Ausrüstung wichtig ist.
Schwierigkeit und Anforderungen für Bergwanderer
Die Überschreitung von Winterhöh und Großem Griesstein richtet sich in der Regel an trittsichere, konditionsstarke Wanderer mit alpiner Erfahrung. Die Wege können abschnittsweise steiler und steiniger werden, zudem erfordern längere Tagesetappen eine gute Planung von Pausen, Wasser und Rückwegoptionen. Wer diese Tour in ein mehrtägiges Gesäuse-Programm einbaut, kann sie mit leichteren Wanderungen im Talbereich kombinieren und so die Anstrengung besser verteilen.
Flora, Fauna und Landschaftscharakter
Das Gesäuse ist bekannt für seine Artenvielfalt. Entlang der Route begegnet man je nach Jahreszeit alpinen Blumenwiesen, Latschenfeldern und lichten Bergwäldern. Immer wieder kreisen Greifvögel über den Felswänden, und mit etwas Glück entdecken aufmerksame Wanderer Gämsen in den steileren Hängen.
Wer sich Zeit nimmt, findet unterwegs zahlreiche stille Plätze: eine windgeschützte Mulde unterhalb des Grates, ein kleiner Felsvorsprung mit Blick ins Tal oder eine Almfläche, auf der das Läuten der Kuhglocken das einzige Geräusch ist. Diese Ruhe macht den besonderen Charakter von Touren wie der Überschreitung von Winterhöh und Großem Griesstein aus.
Übernachtung und Bergromantik im Gesäuse
Rund um das Gesäuse stehen Urlaubern unterschiedliche Unterkunftsarten zur Wahl – von einfachen, wanderfreundlichen Pensionen in den Tälern bis zu gemütlichen, alpin geprägten Hotels in den Ortschaften der Obersteiermark. Wer eine Tour auf Winterhöh und Großen Griesstein plant, profitiert davon, mindestens eine Nacht in der Nähe des Ausgangspunktes zu verbringen. So lassen sich frühe Startzeiten realisieren, und zugleich bleibt Raum für ein entspanntes Frühstück, bevor es in die Berge geht.
Für Reisende, die mehrere Tage im Gebiet bleiben möchten, bietet es sich an, ein standortnahes Hotel als festen Stützpunkt zu wählen und von dort aus verschiedene Touren zu unternehmen – von sanften Talwanderungen bis hin zu anspruchsvolleren Gipfeltagen. Viele Unterkünfte sind auf Berggäste eingestellt, bieten trockene Räume für Ausrüstung, herzhaftes Frühstück und oftmals Empfehlungen für lohnende Touren je nach Wetterlage.
Praktische Tipps für die Tourenplanung
Ausrüstung und Sicherheit
- Festes, gut eingelaufenes Bergschuhwerk mit Profilsohle
- Wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip, da sich das Wetter rasch ändern kann
- Genügend Wasser und energiereiche Snacks, besonders an warmen Sommertagen
- Karte oder GPS-Track sowie Kenntnisse im Umgang damit
- Beachtung der lokalen Wettervorhersagen vor Tourstart
Kombination mit weiteren Erlebnissen im Gesäuse
Wer einmal im Gesäuse ist, kann die Tour auf Winterhöh und Großen Griesstein ideal mit anderen Aktivitäten verbinden: Flusswanderungen entlang der Enns, Klettersteige an den Kalkwänden oder kulturelle Abstecher in die umliegenden steirischen Orte. Auf diese Weise entsteht ein abwechslungsreicher Bergurlaub, bei dem sich sportliche Herausforderungen mit Momenten der Entspannung im Tal abwechseln.
Fazit: Ein stiller Klassiker für Kenner der Steiermark
Winterhöh und Großer Griesstein sind keine lauten, überrannten Modegipfel, sondern eher Ziele für jene, die die steirische Bergwelt bewusst und mit Muße erleben möchten. Die weiten Blicke, die abwechslungsreiche Wegführung und die Nähe zur eindrucksvollen Kulisse des Gesäuses machen die Überschreitung zu einem lohnenden Highlight für alle, die Österreichs Alpen jenseits der großen Hotspots entdecken wollen.